Fedora Core 5 auf Amilo A 1667

Meine intimsten Erfahrungen mit der Installation von Fedora Core 5 auf einem Fujitsu Siemens Amilo A 1667 ;-) Wer sich jetzt fragt, was Fedora eigentlich ist und ob man das wohl essen kann, dem wird dieser Blog nix nützen, fürchte ich. Alle anderen - vor allem Leute, die sich für ein ordentliches Linux auf einem Laptop meines Typs interessieren - könnten hier eventuell ein paar nützliche Tipps finden.

Montag, September 03, 2007

Fedora 7 auf Amilo A 1667

In einem Artikel in meinem Blog "Tagebuch eines Linuxreisenden" schildere ich meine Erfahrungen bei der Neusinstallation von Fedora 7 auf meinem Amilo. Einzelne Problembehebungen werden folgen.

Die unten folgenden Artikel in diesem Blog beschreiben die Installation von Fedora Core 5. Die darin beschriebenen Hardware-Kompatibilitäten gelten im Wesentlichen auch für Fedora 7.

Sonntag, Mai 28, 2006

Hardware wehrt sich gar nicht hart

Das isser: Mein Desktop - also meine reale Arbeitsfläche.

Als erstes zu nennen, mein Amilo A 1667:
  • 2 GHZ AMD Turion 64 Prozessor
  • 1 GHZ RAM
  • 100 GB Festplatte
  • ATI Radeon Mobility X700 Grafikkarte mit 128 MB RAM
  • Widescreen 15'' TFT
  • DVD Double-Layer Brenner
  • Anschlüsse: 3xUSB 2.0, Firewire, Ethernet, Karten-Slot, Modem, Kopfhörer-out, Mikro-in, S-Video, Digit. Monitor
  • Wireless-LAN, Fernbedienungs-Empfänger
Zusätzlich habe ich eine externe Tastatur angeschlossen - ist irgendwie angenehmer. Auch ziert meinen Schreibtisch eine externe 250 GB Festplatte - das schafft was!

Jetzt die gute Nachricht für alle, die Fedora Core 5 oder 7 auf etwas Vergleichbarem installieren möchten: Es geht so ziemlich alles.
  • Prozessor: Nach einer Standard-Installation ist der Prozessor so eingestellt, dass er sich bei geringem Bedarf an Rechenleistung selbst runtertaktet, bis zu 800 MHZ. Wird mehr gebraucht, wird automatisch hochgetaktet. Man kann das aber auch manuell einstellen. Warum sollte ich?!
  • Grafik: Die Karte läuft bei mir unter X in einer Auflösung von 1280x800 mit DirectRendering (also 3D-beschleunigt). Ich habe die ClosedSource Treiber von ATI installiert, die es in regelmäßigen Updates unter dem Livna-Repository als RPM gibt. Der OpenSource-Treiber für ATI Radeon funktioniert unter Fedora Core 5 leider nicht gut. Unter Fedora 7 habe ich damit allerdings keine Probleme und kann ihn sehr empfehlen.
  • Sound: Out of the Box. Wird bei der Installation erkannt und wird mit allen Features unterstützt.
  • USB: In 2.0-Geschwindigkeit und kein Problem.
  • Firewire: Habe ich mit einer Digicam testen können und ging problemlos.
  • Wireless LAN: Es gibt schon genug Elektro-Smog, deshalb liebe ich Kabel ;-) Wer es braucht, der wird ab Kernel 2.6.17-1.2139_FC5 fündig. Die Karte wird problemlos erkannt und sollte funktionieren. Mit dem Install-Kernel von der Fedora-DVD geht es nicht, ein Update ist also nötig. Bei Fedora 7 wird das Gerät zwar erkannt, aber nicht im Netzwerk-Manager angezeigt. Es hilft, die alte Konfigurationsdatei unter /etc/sysconfig/network zu übernehmen und die Firmware auf Version 4 zu aktualisieren.
  • DVD-Brenner: Yep, ich kam, schob rein und brannte, z.B. mit K3B.
  • Energiekontrolle: ACPI funktioniert gut. Unter Gnome benutze ich das Ladeanzeige-Applet, das mich rechtzeitig warnt. Wenn der Monitor geschlossen wird schaltet er sich auch wirklich aus. Das spart Energie und funktioniert durchaus nicht bei allen Laptops. Software-Suspend habe ich noch nicht ausprobiert.
  • Zusätzliche Buttons: Das Laptop kommt mit einigen zusätzlichen Knöpfen für Win daher. Die geben beim Drücken einen Tastatur-Code ab und sind deshalb frei unter Linux zu belegen.
  • Fernbedienung: Funktioniert einwandfrei. Die Fernbedienung wirft pro Taste eine Tastaturcode ab, den man mit xev oder (in der Konsole) mit showkey abfangen kann. In Fedora 7 kann man in Gnome unter System|Einstellungen|Persönlich|Tastenkombinationen die einzelnen Tasten so zuordnen, dass der Musik-Player rhythmbox und andere Standart-Komponenten (z.B. Lautstärkeregler, CD-Eject) damit steuerbar ist. Der Infrarot-Empfänger am Notebook ist übrigens kein vollwertiger Empfänger, mit dem man z.B. ein Mobiltelefon verbinden kann. Er funktioniert nur als Empfänger für die Fernbedienung. Das hat aber den positiven Effekt, dass keine Treiber unter Linux gebraucht werden.
  • Touchpad: Wenn eine externe Mouse angeschlossen wird, geht es sogar immer noch parallel, lässt sich nach Wunsch aber auch ausschalten.
Mein Urteil insgesamt: Wirklich brauchbar unter Linux!

Samstag, Mai 27, 2006

Installation - Jetzt geht's los!

Ich habe mir auf der Fedora-Seite das DVD-Image für x86_64 (also 64 bit) heruntergeladen und gebrannt. Du kannst natürlich auch das 32-bit-Image zum Intallieren nutzen. Es lohnt sich, das gut abzuwägen. Mit 64-bit hast du die volle Rechenpower und jeder Microsoft-Nutzer schaut dir neidisch über die Schulter. Aber leider gibt es einige Programme nicht in 64-bit-Versionen. Das bedeutet manchmal Umständlichkeiten.

Ein Beispiel: Du willst gerne Flash-Animationen auf deinem Firefox-Browser betrachten. Der firefox ist als 64-bit-Version installiert. Das Flash-Plugin hingegen gibt es nur in 32-bit. So musst du die 32-bit-Version von firefox ebenfalls installieren, um Flash-Animationen laufen zu lassen. Das kann schon unübersichtlich werden.

Andererseits, wer möchte schon mit dem zweitbesten System vorlieb nehmen?

Wenn du WinXP nach der Installation behalten willst, solltest du vorher einmal Win starten und die Partition defragmentieren. Für unsere Linux-Installation muss die WinXP-Partition nämlich verkleinert werden. Merke dir nach der Defragmentierung die Größe des belegten Platzes. Die Partition muss nach der Verkleinerung auf jeden Fall größer als der belegte Platz sein, sonst steht dir Datenverlust ins Haus! Jetzt kannst du - am besten mit einer Live-Distribution (wie z.B. Knoppix) und dem Programm qtparted die vorhandene NTFS-Partition minimieren. Ich möchte nicht verschweigen, dass in einigen Foren behauptet wird, dass dieser Vorgang riskoreich ist. Bei mir hat er immer problemlos geklappt.


Die Bootreihenfolge sollte im BIOS so eingestellt sein, dass die DVD beim Neustart gebootet wird. Es erscheint das Boot-Menü. Hier solltest du linux vesa eingeben, denn sonst nutzt anaconda (das Installationsprogramm von Fedora) den mitgelieferten GPL Treiber für ATI Radeon Mobility, der leider noch nicht bei unserer Karte funktioniert - der Bildschirm bleibt dann schwarz. Mit dem Vesa-Treiber startet die grafische Oberfläche problemlos.


Nach dem Einstellen der Sprache und der Tastatur, solltest du dir gut überlegen, wie du die Festplatte partitionierst. Die NTFS-Partition von WinXP kannst du ja für Spiele drauf lassen ;-). Ich würde auf alle Fälle folgende Partitionen neu einrichten:

  • /boot (ca. 100-200 MB): Hier liegen die wichtigen Files für den Boot-Loader grub und der Kernel himself. Ich empfehle als Dateisystem ext2, weil die Partition klein ist und ext2 den schnellsten Datenzugriff hat. Bei großen Partitionen ist ext3 die bessere Wahl, da es mit Journal arbeitet und nicht bei jedem "unsauberen" Herunterfahren langwiedrig gecheckt werden muss.

  • / : Das Wurzelverzeichnis: Alle installierten Programme, das Homeverzeichnis von root, Config-Dateien und Protokoll-Files. Sollte groß sein.

  • /home: Deine persönlichen Dateien.

  • /swap: Auslagerungsdatei. Sollte möglichst größer als das RAM sein, denn bei Software-Suspend wird u.U. das gesamte RAM auf die Swap-Partition geschrieben.
Das Programm DiskDruid stellt dir eine komfortable Oberfläche zum Partitionieren zur Verfügung. Vollständig nutzen kannst du sie allerdings nur, wenn du vorher festlegst, dass du manuell vorgehen willst.


Bei der Frage nach den zu installierenden Programmen würde ich mir die Zeit nehmen, ruhig im Detail schon alles genau festzulegen. Unnötige Programme sind wie Ballast. Das Programm mit dem die die Auswahl triffst, heißt pirut und ist auch nach der Installation für das nachträgliche Verändern der Paketinstallationen zuständig. Ich habe die Erfahrung gemacht, das es manchmal zu anderen Ergebnissen führt als man sich das vorgestellt hatte. Einmal wollte ich evolution (eine Orga-Suite) entfernen, da hat mir pirut gleich die gesamte Gnome-Oberfläche deinstalliert. Also: Ruhig mal genau hingucken, was aus Abhängigkeitsgründen so alles mit entfernt wird. Ich empfehle beim täglichen Gebrauch übrigens yumex. Das Programm versucht nicht mitzudenken, sondern macht genau das, was man angibt.

Die nachfolgende ca. 30-60 minütige Installation und der erste Startvorgang sollten problemlos verlaufen. Wenn alles geklappt hat, kannst du einen gelungenem grafischen Boot-Bildschirm bestaunen und dich unter dem Anmeldebildschirm gdm für die erste X-Session einloggen. Herzlichen Glückwunsch soweit!

Freitag, Mai 26, 2006

YUM(MIE) - lecker Updates


Wie ich oben weiter schon schrieb, benutze ich für das nachträgliche Verändern der Installation von Paketen statt pirut lieber das Programm yumex. Pirut ist für unerfahrene Anwender/innen einfacher zu bedienen, weil es Pakete zu Kategorien zusammenfasst. Man wählt z.B. einfach die Kategorie "Office-Programme" und bekommt einen Coctail der wichtigsten Programme installiert. Andererseits ist man in der genauen Auswahl der zu installierenden Pakete eingeschränkter als bei yumex. Und manchmal führen gerade die Vorgaben von pirut zu unerwünschten Ergebnissen.


Yumex bietet außerdem den Vorteil, dass es auch in der Lage ist, Updates durchzuführen. Dazu nutzt Fedora standardmäßig das Programm pup. Beide Programme fungieren als grafische Oberflächen für yum, das eigentlich für die Update- und Installationsarbeiten zuständig ist.


Yumex lässt sich unter pirut anwählen und installieren. Danach empfehle ich zusätzliche Quellen (sogenannte "Repositories") einzurichten. Bekannte Quellen für nicht offizielle aber nützliche Tools sind Livna und Freshrpms. Um die Quellen einzurichten, folge den Anweisungen auf der jeweiligen Homepage. Meist muss einfach ein RPM-Paket heruntergeladen und installiert werden, das einen Eintrag in /etc/yum.repos.d anlegt. Danach kann man yumex starten und muss ggf. noch unter "Repos" ein Häkchen vor der Quelle setzen und "Aktualisieren" drücken.


Yumex sucht bei jedem Start alle installierten Programme heraus, für die ein Update zur Verfügung steht. Du solltest diese Updates regelmäßig einspielen, da so kritische Sicherheitslücken geschlossen werden.


Wenn du nun die ATI-eigenen Treiber für deine Grafikkarte installieren willst, suche unter yumex nach "fglrx". Dort sollten mindestens zwei Pakete erscheinen. Das Treiberpaket für X und ein Kernel-Modul (kmod-fglrx). Beide müssen installiert werden, dann hast du auch 3D-Beschleunigung. Nach der Installation musst du unter "System | Admininstration | Anzeige" noch den richtigen Treiber einstellen. Nach einem Neustart, wird das Kernelmodul geladen und X mit dem richtigen Treiber gestartet.


So, das erstmal zur Installation. Der Grundstein ist gelegt. Natürlich habe ich seit dieser Zeit etliche Anpassungen am System vorgenommen. Wenn du dich dafür interessierst, dann schau mal auf meinem Blog dazu rein. Ich hoffe, ich konnte dir weiter helfen.