Fedora Core 5 auf Amilo A 1667

Meine intimsten Erfahrungen mit der Installation von Fedora Core 5 auf einem Fujitsu Siemens Amilo A 1667 ;-) Wer sich jetzt fragt, was Fedora eigentlich ist und ob man das wohl essen kann, dem wird dieser Blog nix nützen, fürchte ich. Alle anderen - vor allem Leute, die sich für ein ordentliches Linux auf einem Laptop meines Typs interessieren - könnten hier eventuell ein paar nützliche Tipps finden.

Samstag, Mai 27, 2006

Installation - Jetzt geht's los!

Ich habe mir auf der Fedora-Seite das DVD-Image für x86_64 (also 64 bit) heruntergeladen und gebrannt. Du kannst natürlich auch das 32-bit-Image zum Intallieren nutzen. Es lohnt sich, das gut abzuwägen. Mit 64-bit hast du die volle Rechenpower und jeder Microsoft-Nutzer schaut dir neidisch über die Schulter. Aber leider gibt es einige Programme nicht in 64-bit-Versionen. Das bedeutet manchmal Umständlichkeiten.

Ein Beispiel: Du willst gerne Flash-Animationen auf deinem Firefox-Browser betrachten. Der firefox ist als 64-bit-Version installiert. Das Flash-Plugin hingegen gibt es nur in 32-bit. So musst du die 32-bit-Version von firefox ebenfalls installieren, um Flash-Animationen laufen zu lassen. Das kann schon unübersichtlich werden.

Andererseits, wer möchte schon mit dem zweitbesten System vorlieb nehmen?

Wenn du WinXP nach der Installation behalten willst, solltest du vorher einmal Win starten und die Partition defragmentieren. Für unsere Linux-Installation muss die WinXP-Partition nämlich verkleinert werden. Merke dir nach der Defragmentierung die Größe des belegten Platzes. Die Partition muss nach der Verkleinerung auf jeden Fall größer als der belegte Platz sein, sonst steht dir Datenverlust ins Haus! Jetzt kannst du - am besten mit einer Live-Distribution (wie z.B. Knoppix) und dem Programm qtparted die vorhandene NTFS-Partition minimieren. Ich möchte nicht verschweigen, dass in einigen Foren behauptet wird, dass dieser Vorgang riskoreich ist. Bei mir hat er immer problemlos geklappt.


Die Bootreihenfolge sollte im BIOS so eingestellt sein, dass die DVD beim Neustart gebootet wird. Es erscheint das Boot-Menü. Hier solltest du linux vesa eingeben, denn sonst nutzt anaconda (das Installationsprogramm von Fedora) den mitgelieferten GPL Treiber für ATI Radeon Mobility, der leider noch nicht bei unserer Karte funktioniert - der Bildschirm bleibt dann schwarz. Mit dem Vesa-Treiber startet die grafische Oberfläche problemlos.


Nach dem Einstellen der Sprache und der Tastatur, solltest du dir gut überlegen, wie du die Festplatte partitionierst. Die NTFS-Partition von WinXP kannst du ja für Spiele drauf lassen ;-). Ich würde auf alle Fälle folgende Partitionen neu einrichten:

  • /boot (ca. 100-200 MB): Hier liegen die wichtigen Files für den Boot-Loader grub und der Kernel himself. Ich empfehle als Dateisystem ext2, weil die Partition klein ist und ext2 den schnellsten Datenzugriff hat. Bei großen Partitionen ist ext3 die bessere Wahl, da es mit Journal arbeitet und nicht bei jedem "unsauberen" Herunterfahren langwiedrig gecheckt werden muss.

  • / : Das Wurzelverzeichnis: Alle installierten Programme, das Homeverzeichnis von root, Config-Dateien und Protokoll-Files. Sollte groß sein.

  • /home: Deine persönlichen Dateien.

  • /swap: Auslagerungsdatei. Sollte möglichst größer als das RAM sein, denn bei Software-Suspend wird u.U. das gesamte RAM auf die Swap-Partition geschrieben.
Das Programm DiskDruid stellt dir eine komfortable Oberfläche zum Partitionieren zur Verfügung. Vollständig nutzen kannst du sie allerdings nur, wenn du vorher festlegst, dass du manuell vorgehen willst.


Bei der Frage nach den zu installierenden Programmen würde ich mir die Zeit nehmen, ruhig im Detail schon alles genau festzulegen. Unnötige Programme sind wie Ballast. Das Programm mit dem die die Auswahl triffst, heißt pirut und ist auch nach der Installation für das nachträgliche Verändern der Paketinstallationen zuständig. Ich habe die Erfahrung gemacht, das es manchmal zu anderen Ergebnissen führt als man sich das vorgestellt hatte. Einmal wollte ich evolution (eine Orga-Suite) entfernen, da hat mir pirut gleich die gesamte Gnome-Oberfläche deinstalliert. Also: Ruhig mal genau hingucken, was aus Abhängigkeitsgründen so alles mit entfernt wird. Ich empfehle beim täglichen Gebrauch übrigens yumex. Das Programm versucht nicht mitzudenken, sondern macht genau das, was man angibt.

Die nachfolgende ca. 30-60 minütige Installation und der erste Startvorgang sollten problemlos verlaufen. Wenn alles geklappt hat, kannst du einen gelungenem grafischen Boot-Bildschirm bestaunen und dich unter dem Anmeldebildschirm gdm für die erste X-Session einloggen. Herzlichen Glückwunsch soweit!

4 Comments:

At 2:59 PM, Anonymous Nameless said...

Was hast du gemacht, nachdem du Evolution und unabsichtlich auch noch die gesamte Gnome-Oberfläche in Fedora Core 5 deinstalliert hast?


MfG
Nameless

 
At 3:20 PM, Blogger ab_connor said...

Unter KDE Pirut gestartet und Gnome wieder installiert. Danach habe ich dann mit Yummex die einzelnen Komponenten deinstalliert, ohne Gnome mit in den Eimer zu geben.

 
At 7:20 PM, Anonymous nameless said...

Gibt es dafür auch eine detaillierte Anleitung?
Am Besten eine für langjährige Windows-Nutzer mit ihren Macken und Kanten.


MfG
Nameless

 
At 6:17 PM, Blogger ab_connor said...

Da ich KDE nicht benutze, kann ich dir nicht genau sagen, wo du "pirut" findest. Du kannst es aber öffnen indem du in einem Terminal oder unter "Befehl ausführen" o.ä. den Befehl "pirut" eingibst.

Nach dem Start von "pirut" wählst du unter "Destop Evironment" den Punkt "Gnome" aus und drückst "Anwenden". Ich würde danach "Evolution" einfach drauf lassen.

Solltest du noch weitere Fragen dazu haben, wende dich bitte an eins der zahlreichen Linux-Foren, z.B. www.fedoraforum.de. Genaue Anleitungen sprengen sonst den Rahmen dieser Kommentare.

 

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